O Redfield! Ort, wo Hoffnung leise stirbt,
wo selbst das Licht sich krümmt und klagend wirbt,
wo jeder Schritt auf morschem Grunde hallt
und Zeit zerfließt in unerquicklich’ Gestalt.
Im Blue Nowhere, sündenschwer und müd’,
wo Laster wohnt und jede Seele glüht,
da standen drei, von dunklem Werk umspannt—
Gabe, Sam, Emilio, Hand in Hand.
Doch ach! Was einst als Weib im Kerzenlicht
mit sanfter Miene lockte ins Gesicht,
enthüllte sich—o Graus, o schändlich Spiel!—
als fauler Sack, der kriechend Leben hielt.
Mona!—kein Fleisch, kein Herz, kein letzter Rest—
nur Haut, gefüllt mit wimmelnd schwarzem Pest,
ein Nest aus Brut, ein Chor aus leisem Fraß,
der in der Stille gierig Leben maß.
Sie räumten auf—doch was heißt Reinheit hier?
Wo Schrecken haftet, bleibt er stets bei dir.
Denn jeder Fleck, der sichtbar wird entfernt,
hat längst sich tiefer in die Welt gebrannt.
Und fern davon, im trauten Ehgemach,
zieht sich ein Riss durch Gabes stilles Dach;
sein Weib, vom Gram in kaltes Schweigen gehüllt,
spürt, dass kein Herz dies Dunkel je noch füllt.
Zu Debbie führt sie schließlich dunkler Drang,
wo schon die Luft nach altem Unheil klang;
die Mutter dort—o welch entstelltes Sein!—
verwächst mit Wurzel, Holz und Moderstein.
Ein Baum aus Fleisch! Ein Flüstern, tief verwandt
mit Dingen, die kein Mensch je ganz verstand.
So greifen sie zum reinigenden Brand—
doch Feuer löscht nicht, was im Ursprung stand.
„Er träumt,“ so spricht Debbie mit starrem Blick,
„von Billy—fern, im Wald, im alten Stück,
in Bongswater Castle—still und krank—
ein Ort, der selbst den Namen kaum ertrank.“
Der Morgen bricht—ein falscher, zarter Schein,
als dürfe kurz die Welt noch heilend sein;
doch wie ein Atem vor des Sturmes Schlag
verrät er nur, was bald geschehen mag.
Die Hütte steht—vertraut, doch fremd zugleich,
als wär’ sie Spiegel eines faulen Reichs;
und an der Tür, in Holz so tief geritzt,
ein Zeichen, das in stiller Bosheit sitzt.
Sie treten ein—die Leere starrt zurück,
kein Laut, kein Leben, nur ein kaltes Stück—
dann plötzlich: Schlag!—die Tür fällt schwer ins Schloss,
und Raum zerfließt zu maßlos dunklem Floss.
Die Wände dehnen sich in endlos Weh,
der Boden schwindet wie im Fiebersee;
die Stimmen sterben, Hall wird zum Gericht—
und jeder Schritt verliert sein Gegenlicht.
So irren sie durch schwarzer Leere Bann,
bis endlich Billy aus dem Nichts begann—
ein Schatten mehr als Mensch, gebrochen, klein,
ein Flackern nur im endlos toten Sein.
Doch wehe! Debbie—sanft und viel zu rein—
wird von der Nacht verschlungen, ganz allein;
kein Schrei zerreißt den kalten Schlund der Zeit—
nur Schluchzen bleibt… ein Klang voll Ewigkeit.
Ein Weinen, das wie feiner Nebel zieht,
das selbst im Sonnenlicht noch leise glüht,
ein Echo, das sich in die Seelen brennt,
und jeden Atemzug fortan benennt.
Sie stolpern fort—hinaus ins grelle Licht,
doch Rettung ist dies fahle Leuchten nicht;
denn was die Nacht einmal in sich verzehrt,
kehrt niemals heim—nur was zerbrochen, kehrt.
So lebt nun Redfield weiter, still und krank,
im Herz ein Riss, im Atem fauler Dank—
und jeder, der die Schwelle je betrat,
trägt ewig fort der Finsternis Verrat.
O merke wohl, du Wanderer, dies Wort:
Nicht jeder Weg führt lebend wieder fort—
und selbst wer geht, entkommt der Wahrheit nie:
Das Dunkel wächst… und wohnt nun auch in dir.